
Inzwischen hatte die Wetterfee auch mal Mitleid mit uns und hat uns ein paar wunderbare Sonnentage geschenkt. Den ersten haben wir dazu genützt, eine Fahrradtour zu machen. In Santander kann man sich gratis Fahrräder ausborgen, für die man nur eine Kaution hinterlegen muss. Freunde hatten uns einen Strand ca. 11 km von der Stadt entfernt empfohlen und so haben wir - sportlich wie wir sind - weder Hitze noch Hügel gescheut, bis wir ihn gefunden haben. Und es hat sich wirklich ausgezahl: der Strand ist wunderschön und es sind kaum Leute dort. Leider sind wir zu spät angekommen, um dort noch schwimmen zu gehen - der Strand war durch die Flut schon am Verschwinden und nachdem der Weg dorthin über Felsen führt, die irgendwann auch unter Wasser stehen, wäre es gefährlich gewesen, noch rüberzuklettern.

Links: Bei Flut treffen zwei Meeresströmungen aufeinander und bedecken den Strand nach und nach.
Rechts: Richtig schöne Strände muss man sich verdienen.
Wir sind dann an einen anderen Strand gefahren, der zwar wesentlich belebter aber auch sehr nett war. Und die Wellen waren toll ;-) Am Rückweg haben wir uns noch einen dritten Strand angeschaut und ein Plätzchen entdeckt, wo sich die Wellen richtig schön an den Felsen brechen - Georg war ganz begeistert und hat ungefähr 30 Filme davon gemacht. Zum Glück konnte er seine Kamera noch rechtzeitig in Sicherheit bringen...
Abends waren wir sogar noch fit genug, Salsa tanzen zu gehen und uns mal anzusehen, wie die Salsaszene in Santander so ist. Dass das Lokal im Kellergeschoß des Gebäudes ist, haben wir zuerst nicht kapiert und sind in die Bar im Erdgeschoß gegangen. Wir haben uns schon etwas über die Bilder von nackten Männern und die übertrieben gestylten Kellner gewundert, aber spätestens als zwei Drag Queens aufgetaucht sind haben wir dann überrissen, dass wir anscheinend in einer Schwulenbar gelandet sind. Den Rest des Abends haben wir dann doch lieber in der Salsabar verbracht.

Am nächsten Tag haben wir uns für drei Tage ein Auto gemietet und sind nochmals an den schönen Strand gefahren, diesmal früh genug um ihn voll genießen zu können.
Am Tag darauf hat das Wetter wieder umgeschlagen, aber wenigstens hat es nur kurz geregnet. Wir sind mit dem Auto Richtung Osten aufgebrochen, um nach San Sebastián ins Baskenland zu fahren. Auf dem Weg haben wir uns noch Castro Urdiales angeschaut, ein hübsches Städtchen, dessen Ursprünge in der Römerzeit liegen. Sehenswert sind vor allem die alte Kirche und die daneben liegende Burg. In der Burg sind momentan Fotografien ausgestellt, die die Stadt im Wandel der Zeit zeigen, was für uns sehr interessant war.

Links die alte Kirche, rechts das Rathaus.
Unsere nächste Zwischenstation war der Küstenort Mundaka. Obwohl klein und noch nicht vom Tourismus überrollt, ist der Ort sehr lebendig. Vor allem am Kirchenplatz war einiges los - Familien mit Kindern, alte Leute und Jugendliche, die an der Kirchenwand Squash gespielt haben.
Links: Mundaka vom Hafen aus
Rechts: Squash an der Kirchenmauer

San Sebastián haben wir erst abends erreicht, als wir schon ziemlich ko waren, aber wir waren trotzdem noch bis Mitternacht unterwegs. Die Stadt war wie Santander früher Sommerresidenz des Königshofes und strahlt bis heute Eleganz aus. Was wir von der Innenstadt gesehen haben, hat uns sehr gut gefallen und wir hätten gerne noch mehr gesehen, aber nachdem die Fahrt von San Sebastián nach Santander zwei Stunden dauert, hatten wir dazu keine Gelegenheit mehr. Um drei Uhr morgens sind wir dann ins Bett gekippt.

Den letzten Tag mit unserem Mietauto haben wir dazu genützt, uns Santillana del Mar und Comillas, beide westlich von Santander, anzuschauen. Santillana ist für sein schönes mittelalterliches Stadtbild berühmt - leider ist das inzwischen weithin bekannt und Horden von Touristen überschwemmen den Ort. Der Tourismus führt zu einem skurrilen Gegensatz: Einerseits hilft er, die Ursprünglichkeit des Ortes zu bewahren - alte Gebäude werden restauriert, die gepflasterten Straßen erhalten. Andererseits schadet er der Authentizität des Ortes, weil alles auf Tourismus ausgerichtet ist, kurz gesagt: Show. Das beeinträchtigt den Charme Santillanas erheblich und wir sind auch relativ bald wieder aufgebrochen.
Comillas hat uns schon besser gefallen. Auch diese Stadt hat historisch Wertvolles zu bieten, aber die Touristen verteilen sich besser. Bilder folgen noch...