Dienstag, 1. September 2009

Madrid

Laut Reiseführer büßt Madrid im August einiges an Aktivität ein, weil viele Madrileños im Urlaub sind - wir merken davon allerdings nicht viel. Wir wohnen in einem netten Hostal in der Innenstadt, nahe genug am Geschehen aber doch ruhig (außer in der Nebenstraße herrscht wieder Stau und die Autfahrer hupen wie blöd) und haben es somit ganz gut erwischt.

Nachdem wir am 27. August abends mit dem Zug angekommen sind, waren wir noch essen und haben uns köstlich über den Wettstreit der konkurrierenden Restaurants amüsiert, deren Kellner einander argwöhnisch beobachten und versuchen, das jeweils andere Restaurant auszustechen. Beide Parteien bemühen sich, Passanten in ihr Restaurant zu locken und wenn der eine nicht punkten kann, quatscht eben der andere sie voll. Außerdem wird ständig die Menütafel hin- und hergeschoben, um sie ja besser ins Blickfeld zu rücken als die des Nachbarn. Das reinste Kabarett.

In den letzten Tagen waren wir viel in der Innenstadt unterwegs, was von unserer Unterkunft aus zu Fuß bequem möglich ist. Hier ein paar Fotos:


Links: der Madrider Königspalast Palacio Real
Rechts: Siesta im Stehen


Links: keine Ahnung wie es heißt, aber es war hübsch
Rechts: Palacio de Cibeles

Was uns beim Gang durch die Straßen besonders gefallen hat, waren die aufwendigen Straßenschilder. Jedes Schild hat eine zum Namen passende Illustration:



Was in Madrid noch ins Auge springt sind leider die Preise - zumindest was das Essen betrifft. Eine Kugel Eis kostet hier zum Beispiel sagenhafte 2,20 € bis 2,50 €.

Am zweiten Tag haben wir den Palacio Real besucht. Allein der zu besichtigende Bereich ist riesig und ein Raum prunkvoller als der andere. Die Könige haben sich bei der Gestaltung ordentlich ausgetobt - mochte einer z.B. Porzellan, so hat er gleich Wände und Decken eines ganzen Raumes mit Porzellan gestalten lassen. War ziemlich beeindruckend.
Gestern waren wir vormittags den Rastro-Flohmarkt. Hier kann man so ziemlich alles kaufen - Altes und Modernes, Neues und Gebrauchtes. Ganze Straßen sind gesperrt, damit die Massen zwischen den Ständen herumflanieren können.




Nachmittags waren wir im Prado und haben uns vor allem spanische und flämische Malerei angeschaut. Leider ist der Prado dermaßen klimatisiert, dass man regelrecht friert. Sehr angenehm, besonders da wir mittlerweile beide gesundheitlich angeschlagen sind und von einer Apotheke zur nächsten pilgern - wobei ich jedesmal mit verzeifeltem Spanisch, Händen und Füßen zu demonstrieren versuche, was wir diesmal brauchen. Legt man sich die Sätze auf Spanisch zurecht, ist das ja alles noch ganz einfach - will man in der Apotheke dann aber schnell mal was erklären, ist plötzlich wieder alles weg. Raus kommt dann ein Chaos aus deutsch-spanischen Vermischungen, zwischendrin ein französisches Merci (warum auch immer) und perplexe Gesichter. Das intelligenteste, was ich zustande gebracht habe war, ein (kurzes) Wort zu beginnen und mitten im Wort zu vergessen, wies weiter geht. Wahrscheinlich der Einfluss der Medikamente.

Heute waren wir beide so fertig, dass wir uns nur in den Park geschleppt und dort den ganzen Nachmittag im Schatten verbracht haben - in der Hoffnung, bis zu unserer Abreise in zwei Tagen wieder fit zu sein. Abends ist es uns beiden besser gegangen und wir konnten noch einen Spaziergang durch den Rest des Parks machen:








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